Die Chronik

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1458 wird die St. Sebastianus Bruderschaft zum ersten Male erwähnt. Aus dieser Zeit sind die ersten Mitgliedernamen erhalten geblieben. Es fehlen zwar ein Gründungsprotokoll und jede schriftliche Unterlage für das genaue Alter, nur eine im Jahre 1552 entstandene Abschrift ist uns erhalten geblieben. Es ist keine Aufzeichnung, die von alter Zeit berichtet im Sinne einer Chronik, sondern mehr ein „Bruderbuch“, d.h. es verzeichnet die Namen der Mitglieder und die alljährlichen Abrechnungen, die Namen der Schützenkönige, sowie seiner Brudermeister.
Die Mitglieder jener alten Bruderschaft waren noch wirkliche "Schützen", d.h. Beschützer. Sie mussten in den Kriegsjahren Weib und Kind, Haus und Hof, Dorf und Felder gegen die häufigen Überfälle und Plünderungen der Söldnerscharen schützen.
Es kam auch vor, dass die Schützen mit ihrem Landsherren in den Krieg ziehen mussten. Im Jahre 1471 sind zum Beispiel die Ratinger Schützen unter dem Jungherzog Wilhelm von Berg gegen den Grafen Dietrich von Manderscheid gezogen. Hierbei kamen sie auch über das Dorf "Auf den Steinen", wo die Hammer Bruderschaft sich ihnen wahrscheinlich angeschlossen hat. "Bruderschaft" hieß die Vereinigung der Hammer Schützen deshalb, weil sie sich einander bis zum Grabe in allen Nöten brüderlich beizustehen gelobt hatten.


hist 001Unser Schützenbrauchtum erlitt aber auch schon eine Niederlage. Dies wurde durch den 2. Weltkrieg bestimmt. In diesen Jahren war gewiss niemanden
nach Feiern zumute. Nach vielen Jahren lebte das seit dem 15. Jahrhundert gepflegte Schützenbrauchtum in Hamm wieder auf.
Allerdings stand auch im Jahre 1947 längst nicht allen Hammer Bürgern inmitten der Nachkriegsnöte der Sinn nach dem Feiern einer Kirmes. Doch immerhin brachte man fünf Wochen vor dem traditionellen Schützenfesttermin, auf Initiative noch lebenden Kompanie-Hauptleuten eine Versammlung zustande, die den Entschluss fasste, ein Schützenfest zu feiern und es so zu gestalten wie vor 1933 gewohnt. Da alle Bemühungen für das bevorstehende Schützenfest ein Zelt aufzutreiben vergebens waren, entschloss man sich, den Weltkriegsbunker als Ausweichquartier zu nehmen. Der Bunker wurde prächtig geschmückt und das Schützenfest konnte beginnen.
Die Hammer Bruderschaft hat immer unter dem Zweck gehandelt das Bekenntnis des Glaubens, den Schutz der Sitte und die Liebe zu Heimat-, und Vaterland zu fördern und zu wahren. Neben den wichtigen kirchlichen Feiertagen steht unser Schützenfest bei den Volksfesten an erster Stelle.


hist 002Im Jahr 1958 erreichte das Hammer Schützenbrauchtum einen Höhepunkt, denn in diesem Jahr feierte die Bruderschaft Düsseldorf Hamm ihr 500 jähriges Bestehen. Dies wurde natürlich groß gefeiert. Tausende von Zuschauern bewunderten den damaligen Festzug, der durch die prächtig geschmückten Straßen von Hamm zog. Der Festzug bestand auch noch aus vielen Gastvereinen.
Doch nicht nur die vielen Zuschauer bewunderten den Festzug, sondern auch das Fernsehen und viele Ehrengäste waren anwesend. Unter anderem der damalige Oberbürgermeister Glock, Oberstadtdirektor Dr. Hensel, Stadtdirektor Rausch, Schützenchef Paul Klees von Stadtmitte, Eminenz Weihbischof Ferche, Präses Pastor Berger, Kaplan Becker, der aus Hamm stammende P.Reinhard Klaßen OFM und Landtagspräsident Josef Gockeln.
An der Tradition des Schützenfestes hat sich bis heute nichts geändert und wie schon gesagt, steht es bei den Hammer Schützen an erster Stelle. Wie immer herrscht vor dem Fest - was bei uns jedes Jahr am ersten Sonntag im September stattfindet - in Hamm reges Treiben. Die einzelnen Kompanien basteln an ihren großen Fackeln für den Fackelzug, mit denen wieder viele Lokalthemen aus dem Hammer Dorfleben auf die Schüppe genommen werden. An den letzten Tagen vor dem Fest wird noch einmal die letzte Arbeit auf dem Feld getan. Die Höfe, Häuser und Vorgärten werden noch einmal sauber und ordentlich zurechtgemacht, die Lichterketten und Fahnen aufgehängt, die Aufbauarbeiten an den Fahrgeschäften, Buden und am Zelt auf dem Schützenplatz werden vollendet und das Schützenfest kann Samstagabend mit dem großen Fackelzug beginnen. Anschließend ist dann Prämierung der Fackeln im Festzelt.

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Martinszug
Dienstag, 12.11.2019